Türkischer Kaffee, oft auch Mokka genannt, wird aus sehr fein gemahlenem Kaffee zubereitet, der zusammen mit Wasser langsam in einem kleinen Kännchen erhitzt wird. Das typische Kupfer- oder Messingkännchen heisst Cezve und ist das Herzstück dieser Zubereitungsart. Anders als bei Filterkaffee bleibt der feine Kaffeesatz im Getränk, weshalb türkischer Kaffee besonders intensiv und vollmundig schmeckt. Wir zeigen dir umfassend, was du brauchst, wie die Zubereitung Schritt für Schritt gelingt, welche Süssungsgrade es gibt und worauf es beim Genuss ankommt.
Was türkischen Kaffee ausmacht
Charakteristisch für türkischen Kaffee ist der extrem feine Mahlgrad, der eher an Puder als an klassisches Kaffeemehl erinnert. Durch diese feine Mahlung löst sich beim langsamen Erhitzen besonders viel Aroma, und es bildet sich die typische feine Schaumschicht auf der Oberfläche. Da der Kaffee nicht gefiltert wird, setzt sich der Satz nach dem Eingiessen langsam am Tassenboden ab. Diese Zubereitung ist in vielen Ländern verbreitet und wird je nach Region türkischer, griechischer oder orientalischer Mokka genannt.
Über die reine Zubereitung hinaus hat türkischer Kaffee in vielen Kulturen eine gesellige Bedeutung und wird traditionell in Ruhe genossen. Diese Verbindung aus intensivem Geschmack und Ritual macht ihn zu mehr als nur einer Tasse Kaffee. Genau das erklärt seine anhaltende Beliebtheit über seine Ursprungsregionen hinaus.
Türkischer Kaffee ist nicht die italienische Mokkakanne
Eine häufige Verwechslung betrifft den Begriff Mokka, denn er steht für zwei ganz unterschiedliche Dinge. Wer den Unterschied kennt, vermeidet falsche Erwartungen an Geschmack und Zubereitung. Wir grenzen beide klar ab.
Beim türkischen Mokka wird der fein gemahlene Kaffee im offenen Kännchen langsam aufgekocht und ungefiltert serviert. Die italienische Mokkakanne im Bialetti-Stil arbeitet dagegen mit Dampfdruck, der das Wasser nach oben durch das Kaffeemehl drückt. Das Ergebnis ist ein espressoähnlicher, weitgehend satzfreier Kaffee, also etwas völlig anderes als der ungefilterte türkische Mokka. In diesem Beitrag geht es ausschliesslich um die klassische Cezve-Zubereitung.
Das brauchst du
Für einen echten türkischen Kaffee genügt eine überschaubare Ausstattung. Entscheidend sind das richtige Kännchen und ein passend feiner Mahlgrad, alles andere hast du meist ohnehin zuhause. Hier ist das Wichtigste im Überblick.
Cezve und Tassen
Das kleine Kännchen mit langem Stiel, die Cezve, ist speziell auf diese Zubereitung ausgelegt. Seine schmale Form begünstigt die Schaumbildung und erlaubt ein kontrolliertes Erhitzen. Serviert wird der Kaffee in kleinen Tassen, ähnlich der Grösse von Espressotassen. Eine Cezve ist nicht zwingend nötig, erleichtert aber das gleichmässige Aufschäumen erheblich.
Der richtige Mahlgrad
Der Mahlgrad ist beim türkischen Kaffee der wichtigste Faktor, denn er muss sehr fein, fast puderartig sein. Nur so kann sich das Aroma vollständig lösen und der charakteristische Körper entstehen. Wenn du selbst mahlst, brauchst du eine Mühle, die diesen feinen Grad schafft, oder du greifst zu entsprechend fein gemahlenem Kaffee. Welcher Mahlgrad zu welcher Methode passt, erklären wir dir im Detail, denn türkischer Kaffee verlangt den feinsten von allen.
Schritt für Schritt zubereiten
Die Zubereitung selbst ist schnell erklärt, verlangt aber etwas Geduld und Aufmerksamkeit. Vor allem das langsame Erhitzen ist entscheidend, damit sich die typische Schaumkrone bildet und der Kaffee nicht überkocht. Wir gehen die Schritte der Reihe nach durch.
Gib zunächst pro Tasse kaltes Wasser in die Cezve und füge für jede Tasse einen gehäuften Teelöffel des fein gemahlenen Kaffees hinzu. Wer mag, gibt jetzt auch den Zucker dazu, denn beim türkischen Kaffee wird er traditionell mitgekocht und nicht nachträglich eingerührt. Verrühre alles einmal kurz und stelle die Cezve dann bei niedriger Hitze auf den Herd. Erhitze den Kaffee langsam, ohne ihn umzurühren, bis sich an der Oberfläche eine feine Schaumschicht bildet und langsam aufsteigt.
Sobald der Schaum hochsteigt, nimmst du die Cezve kurz von der Hitze, bevor der Kaffee überkocht. Diesen Vorgang kannst du ein bis zwei Mal wiederholen, um die Schaumkrone zu verstärken. Giesse den Kaffee anschliessend vorsichtig in die Tassen, sodass der Schaum oben bleibt. Lass den Kaffee danach kurz ruhen, damit sich der feine Satz am Boden absetzt, und rühre nach dem Eingiessen nicht mehr um.
Süssen nach Tradition
Beim türkischen Kaffee wird der Zucker traditionell schon beim Kochen zugegeben, nicht erst in der Tasse. Dadurch verbindet er sich gleichmässig mit dem Kaffee und beeinflusst auch die Schaumbildung. Wir erklären die gängigen Süssungsgrade.
Üblich sind mehrere Stufen, von ganz ohne Zucker über leicht gesüsst bis süss, die jeweils vor dem Erhitzen festgelegt werden. Wer es ungesüsst mag, lässt den Zucker einfach weg, wer es süss mag, gibt entsprechend mehr dazu. Weil der Zucker mitgekocht wird, lässt sich die Süsse nachträglich kaum noch anpassen. Plane sie deshalb vor dem Erhitzen ein, damit das Ergebnis deinem Geschmack entspricht.
So geniesst du türkischen Kaffee
Türkischer Kaffee wird in kleinen Schlucken und mit Zeit getrunken, oft begleitet von einem Glas Wasser. Den Satz am Tassenboden trinkt man nicht mit, deshalb solltest du die letzten Schlucke stehen lassen. Klassisch passt eine süsse Kleinigkeit dazu, etwa ein Stück Lokum oder anderes Gebäck. Welche Bohnen du verwendest, prägt das Ergebnis stark, weshalb sich frisch geröstete Qualität aus unserem Kaffee-Sortiment lohnt. Wenn dich grundsätzlich interessiert, wie sich Zubereitungsarten unterscheiden, hilft auch unser Beitrag dazu, worin sich Espresso und Kaffee unterscheiden, sowie unsere Übersicht zur richtigen Dosierung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen türkischem Kaffee und Mokka?
Die Begriffe werden oft gleichbedeutend verwendet, beide meinen meist den fein gemahlenen, ungefilterten Kaffee aus der Cezve. Verwirrung entsteht nur, weil auch die italienische Mokkakanne (Bialetti) Mokka genannt wird. Diese funktioniert jedoch mit Dampfdruck und ist eine andere Zubereitungsart.
Welchen Mahlgrad braucht türkischer Kaffee?
Türkischer Kaffee verlangt einen sehr feinen, fast puderartigen Mahlgrad. Nur so löst sich das Aroma vollständig und es bildet sich die typische Schaumschicht. Zu grob gemahlener Kaffee schmeckt wässrig und ergibt keine saubere Krone.
Muss man türkischen Kaffee umrühren?
Zu Beginn rührst du Kaffee, Wasser und gegebenenfalls Zucker einmal kurz um. Während des Erhitzens und nach dem Eingiessen wird jedoch nicht mehr gerührt, damit die Schaumschicht erhalten bleibt und sich der Satz absetzen kann.
Wann gibt man den Zucker dazu?
Der Zucker kommt beim türkischen Kaffee traditionell schon vor dem Erhitzen in die Cezve und wird mitgekocht. So verbindet er sich gleichmässig mit dem Kaffee. Nachträglich lässt sich die Süsse kaum noch anpassen, deshalb solltest du sie vorher festlegen.
Trinkt man den Kaffeesatz mit?
Nein, der feine Satz setzt sich am Tassenboden ab und wird nicht mitgetrunken. Lass die letzten Schlucke einfach stehen. Ein begleitendes Glas Wasser gehört beim türkischen Kaffee traditionell dazu.
Brauche ich unbedingt eine Cezve?
Eine Cezve erleichtert die Zubereitung, weil ihre schmale Form die Schaumbildung begünstigt und kontrolliertes Erhitzen erlaubt. Zur Not funktioniert auch ein kleiner Topf, das gleichmässige Aufschäumen gelingt damit aber schwerer. Für das typische Ergebnis ist die Cezve daher empfehlenswert.